Das wird benötigt
Werkzeug
- Quiltnadel, halblang, Größe 10 oder 12
- Stopfnadel (nicht zu klein) für das Befüllen des Boutis
- Boutisnadel (lang, ähnlich der Matratzennadel)
- Stecknadeln
- 2 Quiltfingerhüte, einen pro Mittelfinger (Fingerhut, dessen Kuppe flach ist und einen Rand hat)
- Stickrahmen, Ø 15 cm, (den inneren Rahmen mit einem Streifen aus Köperbaumwolle verkleiden)
- Ahle (Holzstäbchen, Zahnstocher...)
- Stoffschere
- Fadenabschneider
- Bügeleisen
- Bleistift, oder sehr feiner ausradierbarer Kugelschreiber
- Bürste, Seife, lauwarmes Wasser
Material
- weiße Bauwolltücher (Batist, Perkal...)
- festes Baumwollgarn, weiß (Nr. 40, mercerisierte Baumwolle)
- Baumwollschnüre: weißes Baumwollstrickgarn
- Papier für das Motiv
- Farbiger Heftfaden
So geht's
Vorbereitung
- Benutze ungewaschene Baumwolltücher. Ein Boutis wird erst nach der Fertigstellung gewaschen, um die Fäden, die vom Ausstopfen locker sind, wieder zu spannen.
- Bestimme die Mitte des Tuchs:
- Falte das Tuch in der Mitte, Webkante auf Webkante,
- falte das Tuch ein zweites Mal,
- markiere die Mitte des Tuchs mit einem Bleistift.
- Übertrage das Motiv auf den Stoff:
- Lege die Vorlage unter das Tuch und hefte beides mit Stecknadeln zusammen.
- Übertrage das Motiv mit einem Bleistift auf den Stoff.
- Entferne die Vorlage.
- Hefte beide Tücher zusammen:
- Nähe mit Heftstichen einmal am Rand entlang und auf den Faltkanten, der senkrechten und waagrechten Achse.
- Achte darauf, dass der Fadenlauf beider Tücher in die gleiche Richtung liegt.
- Die Naht muss fest sein, so dass sich die Tücher nicht verschieben.
- Achte darauf, dass du auf beiden Tüchern nähst.
- Spanne den Stoff auf einen Stickrahmen:
- Um den Stoff zu schützen, lege einen Streifen Köperbaumwolle zwischen Stoff und Rahmen.
- Platziere die Schraube im Saumband des Stoffs.
- Überprüfe, ob der Stoff gleichmäßig gespannt ist.
Das Nähen
- Nähe mit einer feinen Nadel und einem Nähgarn kleine Vorstiche auf der rechten Seite des Stoffes, folge vorsichtig den Konturen des Motivs.
- Verberge den Anfang und das Ende jedes Nähgarns zwischen den beiden Stofflagen: schiebe die Schussfäden leicht mit der Nadelspitze auseinander, schiebe den Knoten hinein und schiebe die Fäden zurück an ihren Platz.
- Nähe die Ecken sauber mit Steppstichen.

vorne

hinten
- Nähe zuerst das ganze Motiv auf, bevor du es ausstopfst.

Ausstopfen des Motivs
Das Motiv wird von der Seite ausgestopft, da es dort unauffälliger ist. Die weißen Schnüre werden zwischen den Schussfäden des Stoffs hindurchgeschoben.
Die Schnüre müssen immer mindestens doppelt so lang, wie das zu befüllende Motiv sein. Sie werden doppelt genommen.
Um ein Motiv auszustopfen, beginne immer in der Mitte des Motivs und arbeite dich zu den Seiten vor.
Fülle jedes Motiv vorsichtig und gleichmäßig.
Die Schnüre werden von einem dünnen Faden geführt, das ist die sogenannte Lassotechnik (eine Variation ist die Technik mit dem "offenen" Lasso).
-
Die Lassotechnik
- Fädle ein kurzes Stück Nähgarn (6 cm) auf die Stopfnadel ein.
-
Knote die beiden Enden des Garns zusammen, um eine Schlaufe zu bilden.
-
Platziere den Knoten am Nadelöhr, damit er nicht stört.
-
Fädle ein Stück Baumwollschnur durch diese Schlaufe.
-
Führe die Nadel mit der Schnur zwischen die zwei Stofflagen indem du den Stoff vorsichtig auseinanderschiebst.
-
Führe die Nadel auf einer Seite ein und zieh sie an der gegenüberliegenden Seite wieder heraus.
-
Schneide die überstehenden Enden der Baumwollschnur sehr kurz und schiebe sie mit dem Stäbchen zurück zwischen die Lagen.
-
Schiebe die Fäden des Stoffs wieder zusammen.



Fertigstellung des Boutis
Die Einfassung eines Boutis kann gerade sein, sie kann aber auch gewellt oder anderweitig verziert sein.
Für die Einfassung gibt es verschiedene Techniken:
-
Nähe ein Saumband an (für Faulänzer)
-
Schlage die beiden Tücher nach innen um und nähe mit Vorstichen, Schlingstichen oder Überwendlingsstichen daran entlang
-
Puristen bevorzugen eine Saumeinfassung (Einschläge, mit unsichtbaren Hohlstichen genäht), die natürlich ausgestopft ist!
Wasche die Stickerei mit Seife und lauwarmem Wasser. Bürste die Tücher leicht mit einer weichen Bürste (Nagelbürste, Zahnbürste) um die Bleistiftrückstände zu entfernen.
Die Stiche
Um die Konturen des Motivs zu nähen, benutze:
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Vorstiche, so klein wie möglich (5 bis 6 Stiche auf 1 cm),
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und Steppstiche für mehr Präzision an den Ecken des Motivs.
-
Manchmal benutzt man den Steppstich auch, um einen zusätzlichen Effekt zu erzielen (mit Steppstichen aufgenähte Kreise auf einem Lampenschirm kreieren einen tollen Effekt, wenn das Licht durch den Stoff hindurchscheint).
Um noch mehr Effekte zu erzielen, kannst du nicht ausgestopfte Stellen mit Stick- oder Kreuzstichen verzieren.
Hierzu können verwendet werden:
-
Flächenstiche: Eine Reihe von nebeneinanderliegenden Vorstichen, die eine nicht ausgestopfte Stelle des Boutis mit Mustern wie Spiralen, Linien etc., zieren.
-
Alle anderen Stick- oder Kreuzstiche, die sowohl auf der Vorder- als auch auf der Rückseite schön aussehen, wie beispielsweise Saatstiche.
Die Wahl der Stiche ist jedem selbst überlassen, so erhält jeder Boutis ein einzigartiges Aussehen.
Der Vauvertstich ist eine dem Boutis eigene Stichmethode. Er gibt dem Boutis ein spezielles, interssantes Aussehen und verleiht der Stickerei mehr Dichte.
Beim Vauvertstich wechseln sich Vorstiche (ca. 1/2 cm breit) mit unbestickten Stellen ab (1/2 cm). Beim Nähen mehrerer Linien mit dem Vauvertstich, werden die Stiche und die leeren Stellen gleichmäßig verschoben, so dass Karomuster entstehen. Stopfe hierbei zuerst die Geraden, dann die diagonalen Motive aus.
Diese Anleitung wurde unter Zusammenarbeit mit dem Autor von "Boutis, l'album d'un architecte", Hubert Valéri erstellt.


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