Papier (v. griech. papyros) wird aus pflanzlichen Fasern hergestellt, meistens aus Zellstoff, der durch chemischen Aufschluss gewonnen wird und vorwiegend aus Zellulose besteht. Mit Hilfe eines Siebes kann das Papier dann aus einem dünnen, faserigen Zellstoffbrei geschöpft werden. Wenn das Papier getrocknet ist, kann die Oberfläche z.B. mit Hilfe von Stärke, modifizierter Zellulose oder Polyvinylalkohol geschlossen werden. Dieser Imprägniervorgang wird als Leimung bezeichnet.
Papier kann in Handarbeit oder maschinell hergestellt werden.
Je nach Ausgangsmaterialien, Art der Verarbeitung und Trocknung, sowie Behandlungen wie z.B. Leimung entstehen Papiere in verschiedener Größe und mit unterschiedlichen Eigenschaften und Oberflächenstrukturen.
Allgemeines
- Grammatur (G): In der Papier- und Druckbranche üblicher Begriff für das Verhältnis von Masse zu Fläche in der Einheit g/m² (Gramm pro Quadratmeter). Die flächenbezogene Masse von normalem Schreibpapier beträgt 80 g/m², ein A4-Blatt hat damit eine Masse von 5 g. Drei dieser Blätter plus Briefumschlag liegen somit gerade unter der für einen Standardbrief erlaubten Höchstmasse von 20 g.
! Grundsätzlich gilt: Je schwerer das Papier, desto dicker und strapazierfähiger ist es.
Umgangsprachlich üblich ist folgende Einteilung:
- Papier: 7 g/m² bis 150 g/m²
- Karton: 150 g/m² bis 600 g/m²
- Pappe: ab 600 g/m²
- Ausgangsmaterial
- Holzfreies Papier ist eine Bezeichnung für holzstofffreies Papier. Es sollte höchstens 5 % Gewichtsanteil an verholzten Fasern enthalten.
- Holzhaltiges Papier ist eine Bezeichnung für holzstoffhaltiges Papier. Die Bezeichnung wird für Papier mit mindestens 5 % Gewichtsanteil an verholzten Fasern benutzt.
- Holzstoff wird der Rohstoff bezeichnet, der für die Herstellung bestimmter Papiersorten verwendet wird. Er wird aus Holz gewonnen und enthält, anders als Zellstoff große Anteile an Lignin. Der hohe Ligninanteil führt zum Vergilben des Papiers (Papier aus Holzstoff nennt man holzhaltig), so dass Holzstoff nur für Zeitungs- und anderes, kurzzeitig verwendetes Papier eingesetzt wird.
- Zellstoff ist die faserige Masse, die beim chemischen Aufschluss von Pflanzenfasern entsteht, welche vorwiegend aus Zellulose besteht.
Zellstoff ist neben Holzstoff ein wichtiger Rohstoff der Papierherstellung. Papier aus Zellstoff nennt man holzfrei, obwohl 90% des weltweit erzeugten Zellstoffs aus Holz hergestellt wird. Holzfreies Papier ist höherwertig als holzhaltiges Papier, da es nicht so schnell vergilbt.
- Papierformate
- Internatinal: (cm \times cm)
- DIN A 1: 59,4 × 84,1; Bogen
- DIN A 2: 42,0 × 59,4; Halbbogen
- DIN A 3: 29,7 × 42,0; Viertelbogen
- DIN A 4: 21,0 × 29,7; Blatt (Briefbogen)
- DIN A 5: 14,8 × 21,0; Halbblatt
- DIN A 6: 10,5 × 14,8; Viertelblatt
- Amerikanisch: (cm \times cm)
- Invoice: 14,0 × 21,6
- Executive: 18,4 × 26,7
- Legal: 21,6 × 35,6
- Letter: 21,6 × 27,9
- Ledger, Tabloid: 27,9 × 43,2
- Broadsheet: 43,2 × 55,9
Für jeden Anlass das richtige Papier!
Zum Zeichnen, Malen, Schreiben
- Aquarellpapier ist ein Papier, das zur Aquarellmalerei verwendet wird. Es ist holzfrei und wird teilweise oder auch ganz aus Hadern (Fasern aus Leinen, Hanf, Baumwolle oder Wolle) gefertigt. Es ist speziell geleimt, so dass es saugfähig, verzugarm und radierbar ist und nicht durchschlägt. Das Papier kann auch für andere Zeichentechniken verwendet werden. Die Grammatur von Aquarellpapieren liegt zwischen 120 g/m² bis zu 850 g/m². Aquarellpapier wird in Rollen, Bögen und Blöcken angeboten. Rollen und Bögen sind preisgünstiger und können passend zugeschnitten werden. Allerdings müßen diese vor dem Malen erst auf einer Unterlage nass aufgespannt werden. Dies erfolgt meist auf einem größeren Holzbrett mit speziellem Nassklebeband. Etwas teurer, aber komfortabler sind verleimte Aquarellblöcke. Diese sind rundum verleimt, verziehen sich im nassen Zustand kaum und schlagen meist keine Wellen. Das ist aber auch abhängig vom Papiergewicht - grundsätzlich gilt: Dickeres Papier bleibt besser flach als dünnes Papier. Handgeschöpfte Aquarellappiere haben den Vorteil, dass sie sich beim Befeuchten in alle Richtungen gleichmässig stark ausdehnen.
3 Typen von Aquarellpapier:
- Feinkorn: Heißgepresstes Papier mit glatter, flacher Oberfläche, trocknet langsam.
- 185-640 g/m²: ist für Techniken wie Federzeichnungen und Lavierungen geeignet, bei denen ein gleichmäßiger Farbauftrag erwünscht wird.
- Mittleres Korn: Kaltgepresstes Papier mit rauer Oberfläche.
- 185-300 g/m²: Relativ glatte Textur, schnelltrocknend. Für alle Aquarelltechniken, außer großflächigen Nass-in-Nass-Lavierungen.
- 300-640 g/m²: Leichte Textur, trocknet langsam. Für starke Beanspruchung geeignet (z.B. Auswaschung).
- Grobkorn/Torchon: Kaltgepresstes Papier mit extra rauer Oberfläche.
- 185-300 g/m²: Rauhe, körnige Oberfläche, trocknet schnell. Für alle Aquarelltechniken ohne Darstellung exakter Details geeignet.
- 300-640 g/m²: Rauhe, körnige Oberfläche, trocknet langsam. Für starke Beanspruchung (Sgraffito, Auswaschung).
- Büttenpapier ist ein mit einem Sieb „aus der Bütte“ (einem flachen, wannenförmigen Gefäß) geschöpftes Papier. Der Faserbrei aus Zellstoff ist dabei sehr verdünnt. Durch (gröbere) Schöpfsiebe entstehen häufig minimale Unterschiede der Papierdicke, die mittels durchscheinenden Lichts erkennbar sind. Werden auf dem Schöpfsieb geformte Drahtstücke eingearbeitet, lagern sich an dieser Stelle weniger Fasern ab und das Muster ist beim fertigen Papier zumindest im Gegenlicht als Wasserzeichen erkennbar. Bleiben die Papiere unbeschnitten, haben sie einen ungleichmäßigen Rand (Büttenrand). Handgeschöpfte Büttenpapiere sind sehr teuer und werden heute als edles Briefpapier verwendet.
- Chinapapier ist ein besonders weiches, saugfähiges, meist leicht gelbliches Papier. Es wird hauptsächlich für Kupferstiche oder Radierungen verwendet. Meist ist es aus Reisrohstoff oder Abaca und Linters gefertigt. Das für die Tuschmalerei verwendete Papier heißt in China Xuan-Papier, wichtig ist seine Saugfähigkeit, die eine genaue Pinselführung und äußerste Konzentration beim Arbeiten verlangt. Die besten Qualitäten haben ein sehr geringes Gewicht von unter 50 gr/m², es gibt sie in großen Bögen bis ca 200 x 600 cm.
- Naturpapier ist ein Oberbegriff für alle Papiere, die aus Naturfasern ohne Zusatz von synthetischen Fasern und ohne Oberflächenbehandlung maschinenglatt oder satiniert sind.
- Quellpapier ist einseitig oder beidseitig mit einer stark quellenden Faser beschichtet, um bei Kontakt mit Wasser aufzuquellen. Quellpapier wurde u.a. von verschiedenen Unternehmen im Bastelsortiment als McQuell angeboten. Gibt tolle Effekte beim Bemalen mit Wasserfarben: Malerei als Halbrelief.
- Schreibpapier ist jegliches Papier, das sich zum beidseitigen Beschreiben eignet. Dies wird durch besondere Oberflächenleimung und Satinage erreicht. Übliches Schreibpapier hat eine Grammatur von 80 g/m².
- Zeichenpapier ist ein hadernhaltiges oder holzfreies Papier mit einer geleimten Oberfläche; gefordert sind hohe Radier- und Abwaschfestigkeit. Je nach Anwendung wird es in unterschiedlicher Grammatur ab ca. 60 g/m² angeboten. Das Papier sollte säurefrei sein, da es ansonsten spröde und gelblich wird, wenn es dem Sonnenlicht ausgesetzt wird. Die Wahl des Zeichenpapiers hat großen Einfluss darauf, wie das fertige Bild später aussehen wird. Eine wichtige Größe ist die Rauheit der Papieroberfläche. Auf rauem Papier erzielt man mit den Stiften einen stärkeren Farbabtrag, während sich glattes Papier besser dazu, eignet dünne Linien und kleine Details zu zeichnen.
Zum Basteln
- Buntpapier ist jegliches Papier, welches auf einer Seite farbig gestrichen, bedruckt, lackiert, marmoriert oder andersartig gemustert ist.
- Krepppapier ist ein stark gefaltetes Papier. Durch Stauchen der Papierbahn während der Herstellung in noch feuchtem Zustand oder durch erneutes Anfeuchten wird die zur Erhöhung der Dehnbarkeit nötige Papierstruktur erreicht. Hauptsächlich wird Krepppapier als Bastelmaterial für dekorative Zwecke verwendet. Es existiert in verschiedensten Farben und lässt sich nahezu beliebig formen und falten.
- Transparentpapier ist ein Papier mit hoher Lichtdurchlässigkeit. Speziell ausgesuchte Zellstoffe werden gemahlen und gequetscht. Die vergrößerte Faseroberfläche schließt die normalen Poren und Zwischenräume des Papiers und die Lichtdurchlässigkeit (Transparenz) nimmt zu. Die Saugfähigkeit des Papiers nimmt dabei ab und ist beim Bedrucken zu beachten. Es wird gefärbt und ungefärbt für Bastelarbeiten benutzt, z.B. für Laternen oder Fensterbilder. Bleistiftzeichnungen lassen sich am besten auf matten, Tuschezeichnungen auf glatten Oberflächen herstellen. Im Handel kann man daher Papiere, die auf der einen Seite matt und auf der anderen Seite glatt sind, erhalten. Durch die kräftige Leimung hat es eine hohe Abriebfestigkeit beim Radieren und ist unempfindlich gegen Fingerabdrücke.
Zum Bedrucken / für Fotos
- Bilderdruckpapiere (auch als Kunstdruckpapiere bezeichnet) sind alle gestrichenen Papiere von 70 bis 170 g/m². Ab 170 bis 300 g/m² spricht man von Bilderdruckkarton. Bilderdruckpapier kann matt, seidenmatt oder glänzend gestrichen sein. Es ist für alle Druckverfahren geeignet. Es eignet sich besonders gut zum Bedrucken mit Bildern, da es die Druckfarbe nicht gut aufsaugt, was dazu führt, dass die Konturen und Farbabgrenzungen genauer sind. !: Nicht zu verwechseln mit Fotopapier!
- Fotopapier ist im klassischen Sinne ein lichtempfindlich beschichtetes Material (meist Papier) zur Herstellung von schwarzweißen oder farbigen Aufsichtsbildern auf optisch-fotochemischem Wege. Tintenstrahl- oder Laserdrucker können mit Hilfe von speziellem Bilderdruckpapier Ausdrucke in fotoähnlicher Qualität liefern. Diese Spezialpapiere für fotografische Zwecke werden oftmals ebenfalls als Fotopapier bezeichnet.
- Gestrichenes Papier (auch Kunst- oder Bilderdruckpapier) ist ein Papier, bei dem die Oberfläche mit einer Streichfarbe veredelt ist. Es bekommt dadurch eine geschlossenere, glattere und stabilere Oberfläche, wodurch eine hohe Detailwiedergabe und bessere Qualität beim Druck erreicht wird.
Pappe, Karton und Ähnliches
- Pappe wird aus Zellstoff oder Altpapier durch Zusammenkleben oder -pressen gefertigt. Verwendung findet sie in der Verpackungsindustrie und dem Kunstgewerbe. Von Pappe spricht man ab einem Flächengewicht von etwa 600 g/m² und ungefähr 1,5 mm Dicke.
- Pappmaché bzw. Pappmaschee ist ein Gemisch aus Papier und einem Bindemittel, meist Kleister, aus dem sich leichte, stabile, relativ große und günstige Plastiken, Skulpturen oder Masken gestalten lassen. Als Papiermaché wird mitunter auch ein schichtenweiser Aufbau von verkleisterten Papierstreifen verstanden.
- Wellpappe ist ein überwiegend in der Verpackungsindustrie verwendetes Papierprodukt, das leicht und relativ stabil ist. Wellpappe ist eine der am weitesten verbreiteten Verpackungen der Welt. Sie besteht häufig aus drei Lagen: Eine ebene Schicht Papier, dann eine S-förmige Schicht, dann wieder eine ebene. Dies macht die Wellpappe insbesondere in der Richtung quer zum Wellenverlauf sehr steif, parallel zu den Wellen aber biegsam.
Bunt gemischt
- Durchschreibepapier, auch Blaupapier, Kohlepapier, selbstkopierendes Papier oder Durchschlagpapier genannt, wird verwendet, um Schriftstücke in mehrfacher Ausfertigung zu erstellen. Das Kohlepapier wird dazu unter das Original gelegt, während unter das Kohlepapier ein weiteres Blatt Papier gelegt wird. Drückt man nun mit dem Stift beim Schreiben auf das oberste Blatt fest genug auf, wird Farbe vom Kohlepapier auf das unterste Blatt übertragen.
- Filtrierpapier ist ein ungeleimtes Papier zum Abscheiden kleiner Feststoffteilchen aus Flüssigkeiten oder Gasen.
- Löschpapier (auch Fließpapier oder Löschblatt) ist ein ungeleimtes und wenig gepresstes Papier. Aufgrund dieses lockeren Aufbaus bildet es feine Kappilaren, die Flüssigkeiten (z.B. Tinte) schnell aufsaugen.
- Pergamentpapier ist ein mit Hilfe von Chemikalien dauerhaft fettdichtes und nassfestes Zellstoffpapier. Es wird zur Pergamentierung mit Schwefelsäure behandelt. Hierbei werden die Papierfasern an der Oberfläche des Papieres angelöst, so dass sich diese dauerhaft zu einer geschlossenen Oberfläche verbinden. Dadurch wird eine hundertprozentige Fettdichte erreicht. Pergamentpapier ist im Gegensatz zum Pergamentersatzpapier (ohne Schwefelsäurebehandlung) hochnassfest und nicht kompostierbar.
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